Es ist wieder einmal November ein Monat des Highlights
für Bergsteiger, Kletterbegeisterte und Reisende:
es ist Zeit für die Bergsichten, DAS
Bergfilmfestival in Sachsen.
Schon am Freitagabend wurde das Hörsaalzentrum der
TU Dresden zum Treffpunkt für Abenteurer.
Organisator Frank Meutzner eröffnete das Festival,
gefolgt von der schon fast zum Programm gehörenden
Rede des Schirmherren der Veranstaltung, Professor Hermann
Kokenge, Rektor der TU.
Auftakt des ausverkauften ersten Abends war der Vortrag
des bekannten Bergsteigers und Kletterers Kurt Albert.
Zusammen mit seinem Freund Holger Heuber berichtete er
von Abenteuern in den Klettergebieten der Welt. Beeindruckt
waren die Zuschauer vor allem von der Vielfältigkeit
seiner Touren: Patagonien, der Himalaya, Grönland,
Kanada, die Antarktis und viele Länder und Berge
der Welt mehr. Und dabei hat sich der Kurt noch
nicht einmal nur auf das Bergsteigen beschränkt Besonders
gefallen haben mir auch die Bilder von Natur, den Tieren
und den Landschaften, schwärmen einige Besucher.
Mit dem Segelboot durch die antarktischen Meere, per Kajak
über die Wellen vor Baffin Island, Expeditionsbergsteigen
auch in tropischen Gefilden mit seinen 55 Jahren
gehen Kurt Albert die Ideen wohl nie aus!
Doch auch schon bevor sich der große Hörsaal
der TU füllte, gab es viel zu Schauen: Verpflegungsstände,
Reiseinformationen, Bilderausstellungen, Outdoorequipment,
das Bergsichtenkino und vieles mehr, stehen für die
Besucher bereit.
Doch besonders als Treffpunkt wird das Gelände genutzt:
hier trifft Laie auf Profi, neue Reisepläne werden
angesichts der gesehenen Vorträge geschmiedet, neue
Bekanntschaften und vielleicht ja auch neue zukünftige
Seilschaften entstehen bei einem Bier oder einer
Sherpasuppe vom Nepalstand.
Ein wunderbarer Auftakt für drei Tage Bergabenteuer
an der TU Dresden.
S a m s t a g
Es ist früh am Morgen - 8 Uhr – es herrscht reges Treiben
im Hörsaalgebäude der TU. Kaffeeduft liegt in der Luft;
erste Gäste streifen über das Gelände. Die Verkaufsstände
werden erst aufgebaut, aber kaufen, schauen und hier und
da ein kleines Schwätzchen halten, das kann man schon.
Gleich zu Beginn des samstäglichen Programms macht das
Festival seinem Namen alle Ehre und beginnt mit Filmbeiträgen
zum Ursprung der Bergfilmgeschichte.
Im ersten Beitrag von Hans Jürgen Panitz und Matthias
Fanck werden europäische Filme und Filmemacher vorgestellt,
die sich mit Bergen und Expeditionen beschäftigen; spektakuläres
Archivmaterial frühester Expeditionen wurden gezeigt.
„Mit welch einfachen Mitteln, die Abenteurer damals unterwegs
waren“; staunen Besucher. „Aber auch ohne Hightec haben
die Menschen damals eindrucksvollste Szenen und Stimmungen
eingefangen.“ Bunt verlief das weitere Programm. Filmbeiträge
über die Extreme der Skiwelt, die Anfänge des Höhenbergsteigens
und vieles mehr wurden am Nachmittag gezeigt.
Um Bier und Warteplatz vor den Türen des Luis Trenker
Saals mussten die Besucher spätestens ab 19 Uhr kämpfen,
denn da begann der „Run“ auf die Plätze zum Vortrag von
Peter Haberle „Das Ziel ist der Gipfel“. Der Bergsteiger
aus dem Zillertal wurde vor allem durch die Besteigung
des Mount Everest ohne Sauerstoff bekannt. Im gestrigen
Vortrag berichtet der Ausnahmebergsteiger über seine alpine
Geschichte und Entwicklung. Seine Jugend, seine Anfänge,
seine prägenden Erlebnisse und Eindrücke in den Bergen
der Welt. „Der Mann kann herrlich erzählen“, hieß es nach
dem Vortrag. „Es waren faszinierende Bilder und ein wunderbar
facettenreicher Vortrag. Zum Bergsteigen gehört noch mehr
als der bloße Berg.“ Ausklang des Abends war der Auftritt
der Bergsteigerband „Schlappseil“.
Es durfte getanzt werden. Und es wurde getanzt. Lange.
S o n n t a g
Der Tag begann mit dem Wettbewerb der Kurzbeiträge
und die Zuschauer ließen sich nach Bolivien, auf
die Farörinseln und zu Expeditionen in Eis, Fels
und Schnee entführen.
Mit seinem Kurzvortrag Expeditionsbergsteigen einmal
anders wurde Peter Hollinger von den Zuschauern
zum Kurzfilmsieger gewählt im nächsten
Jahr wird er nun seinen kompletten Vortrag über seine
Abenteuer im am Diran Peak im Karakorum/ Pakistan vortragen.
Die letztjährigen Wettbewerbssieger Elena Poddubnaja
und Oliver Schmidt begeisterten mit ihrem Kältefieber
von mit dem Bericht über ihre zweijährigen Fahrradtour
um den Polarkreis.
Während die Säle des TU Gebäudes gut besetzt
waren, probierten sich bei strahlendem Sonnenschein
einige Besucher beim Slacklining oder beim Bogenschießen
auf dem Außengelände aus.
Zu den spannende Filmblocks am Nachmittag gehörte
dann vor allem der Block 6 Bergsteigen weltweit
mit dem Film zur sächsischen Himalayaexpedtion in
diesem Jahr: im Mai waren Festivalorganisator Frank Meutzner
und Bergkamerad Götz Wiegand auf dem 7246 Meter hohen
Putha Hiunchuli im Himalaya unterwegs. Die Expedition
erreichte den Gipfel in Rekordzeit. Meutzner hatte die
Tour mit der Kamera begleitet.
Zwischen den Vorträgen bleibt Zeit, sich zu Stärken,
Infos über Reisen und Reiseequipement zu sammeln
und die Foto- und Bilderausstellungen auf dem Gelände
zu besuchen
Den Abschluß der diesjährigen sechsten Bergsichten
bildete der Vortrag von Alexander Huber Die fünfte
Dimension - Der Berg-Die Zeit-Der Mensch. Der Trenker
Saal war wieder voll und die Besucher begeistert von Vortrag
und Ausstrahlung des Huober Buom. Es war jedes einzelne
Foto ein Kunstwerk, so Stimmen nach dem Vortrag.
Die Schlange derer, die ein Autogramm des Extremkletterers
haben wollte war lang Und mit den letzten Eindrücken
des Festivals machten sich die Besucher auf den Heimweg
den Termin für die Bergsichten 2010 im Kopf
(12.-14.11.)