Archiv 2009

F r e i t a g

Es ist wieder einmal November – ein Monat des Highlights für Bergsteiger, Kletterbegeisterte und Reisende: es ist Zeit für die „Bergsichten“, DAS Bergfilmfestival in Sachsen.

Schon am Freitagabend wurde das Hörsaalzentrum der TU Dresden zum Treffpunkt für Abenteurer.
Organisator Frank Meutzner eröffnete das Festival, gefolgt von der schon fast zum Programm gehörenden Rede des Schirmherren der Veranstaltung, Professor Hermann Kokenge, Rektor der TU.

Auftakt des ausverkauften ersten Abends war der Vortrag des bekannten Bergsteigers und Kletterers Kurt Albert. Zusammen mit seinem Freund Holger Heuber berichtete er von Abenteuern in den Klettergebieten der Welt. Beeindruckt waren die Zuschauer vor allem von der Vielfältigkeit seiner Touren: Patagonien, der Himalaya, Grönland, Kanada, die Antarktis und viele Länder und Berge der Welt mehr. „Und dabei hat sich der Kurt noch nicht einmal nur auf das Bergsteigen beschränkt…Besonders gefallen haben mir auch die Bilder von Natur, den Tieren und den Landschaften“, schwärmen einige Besucher. Mit dem Segelboot durch die antarktischen Meere, per Kajak über die Wellen vor Baffin Island, Expeditionsbergsteigen auch in tropischen Gefilden…mit seinen 55 Jahren gehen Kurt Albert die Ideen wohl nie aus!

Doch auch schon bevor sich der große Hörsaal der TU füllte, gab es viel zu Schauen: Verpflegungsstände, Reiseinformationen, Bilderausstellungen, Outdoorequipment, das Bergsichtenkino und vieles mehr, stehen für die Besucher bereit.
Doch besonders als Treffpunkt wird das Gelände genutzt: hier trifft Laie auf Profi, neue Reisepläne werden angesichts der gesehenen Vorträge geschmiedet, neue Bekanntschaften – und vielleicht ja auch neue zukünftige Seilschaften entstehen – bei einem Bier oder einer Sherpasuppe vom Nepalstand.

Ein wunderbarer Auftakt für drei Tage Bergabenteuer an der TU Dresden.



S a m s t a g

Es ist früh am Morgen - 8 Uhr – es herrscht reges Treiben im Hörsaalgebäude der TU. Kaffeeduft liegt in der Luft; erste Gäste streifen über das Gelände. Die Verkaufsstände werden erst aufgebaut, aber kaufen, schauen und hier und da ein kleines Schwätzchen halten, das kann man schon. Gleich zu Beginn des samstäglichen Programms macht das Festival seinem Namen alle Ehre und beginnt mit Filmbeiträgen zum Ursprung der Bergfilmgeschichte.

Im ersten Beitrag von Hans Jürgen Panitz und Matthias Fanck werden europäische Filme und Filmemacher vorgestellt, die sich mit Bergen und Expeditionen beschäftigen; spektakuläres Archivmaterial frühester Expeditionen wurden gezeigt. „Mit welch einfachen Mitteln, die Abenteurer damals unterwegs waren“; staunen Besucher. „Aber auch ohne Hightec haben die Menschen damals eindrucksvollste Szenen und Stimmungen eingefangen.“ Bunt verlief das weitere Programm. Filmbeiträge über die Extreme der Skiwelt, die Anfänge des Höhenbergsteigens und vieles mehr wurden am Nachmittag gezeigt.

Um Bier und Warteplatz vor den Türen des Luis Trenker Saals mussten die Besucher spätestens ab 19 Uhr kämpfen, denn da begann der „Run“ auf die Plätze zum Vortrag von Peter Haberle „Das Ziel ist der Gipfel“. Der Bergsteiger aus dem Zillertal wurde vor allem durch die Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoff bekannt. Im gestrigen Vortrag berichtet der Ausnahmebergsteiger über seine alpine Geschichte und Entwicklung. Seine Jugend, seine Anfänge, seine prägenden Erlebnisse und Eindrücke in den Bergen der Welt. „Der Mann kann herrlich erzählen“, hieß es nach dem Vortrag. „Es waren faszinierende Bilder und ein wunderbar facettenreicher Vortrag. Zum Bergsteigen gehört noch mehr als der bloße Berg.“ Ausklang des Abends war der Auftritt der Bergsteigerband „Schlappseil“.

Es durfte getanzt werden. Und es wurde getanzt. Lange.



S o n n t a g

Der Tag begann mit dem Wettbewerb der Kurzbeiträge und die Zuschauer ließen sich nach Bolivien, auf die Farörinseln und zu Expeditionen in Eis, Fels und Schnee entführen.
Mit seinem Kurzvortrag „Expeditionsbergsteigen einmal anders“ wurde Peter Hollinger von den Zuschauern zum Kurzfilmsieger gewählt – im nächsten Jahr wird er nun seinen kompletten Vortrag über seine Abenteuer im am Diran Peak im Karakorum/ Pakistan vortragen.
Die letztjährigen Wettbewerbssieger Elena Poddubnaja und Oliver Schmidt begeisterten mit ihrem „Kältefieber“ von mit dem Bericht über ihre zweijährigen Fahrradtour um den Polarkreis.

Während die Säle des TU Gebäudes gut besetzt waren, probierten sich – bei strahlendem Sonnenschein – einige Besucher beim Slacklining oder beim Bogenschießen auf dem Außengelände aus.

Zu den spannende Filmblocks am Nachmittag gehörte dann vor allem der Block 6 „Bergsteigen weltweit“ mit dem Film zur sächsischen Himalayaexpedtion in diesem Jahr: im Mai waren Festivalorganisator Frank Meutzner und Bergkamerad Götz Wiegand auf dem 7246 Meter hohen Putha Hiunchuli im Himalaya unterwegs. Die Expedition erreichte den Gipfel in Rekordzeit. Meutzner hatte die Tour mit der Kamera begleitet.

Zwischen den Vorträgen bleibt Zeit, sich zu Stärken, Infos über Reisen und Reiseequipement zu sammeln und die Foto- und Bilderausstellungen auf dem Gelände zu besuchen

Den Abschluß der diesjährigen sechsten Bergsichten bildete der Vortrag von Alexander Huber „Die fünfte Dimension - Der Berg-Die Zeit-Der Mensch“. Der Trenker Saal war wieder voll und die Besucher begeistert von Vortrag und Ausstrahlung des Huober Buom. „Es war jedes einzelne Foto ein Kunstwerk“, so Stimmen nach dem Vortrag.

Die Schlange derer, die ein Autogramm des Extremkletterers haben wollte war lang… Und mit den letzten Eindrücken des Festivals machten sich die Besucher auf den Heimweg – den Termin für die Bergsichten 2010 im Kopf (12.-14.11.)